Kontakt

Bottwartäler Baugesellschaft
Starkenäckerstr. 22
71711 Steinheim

Telefon 07144 / 821066
Telefax 07144 / 821067

kontakt [at] bottwartaeler [dot] de

Links

der Ratgeber für private Finanzen
www.biallo.de

Grundwissen für Heimwerker und Selbstbauer
www.selbst.de

alles was mit Haus und Garten, bauen oder finanzieren zu tun hat, ist zu finden unter
www.haus.de

Informationen zur massiven Bauweise
www.massiv-mein-haus.de

alles rund um regenerative Energien ist zu finden bei
www.solarserver.de

und auch bei
www.solaranlage.eu

Nützliches für Ihren Umzug finden Sie unter
www.umzug.de

Infos zur Region
www.marbach-bottwartal.de
www.region-stuttgart.de

Antworten auf Fragen zur Kindererziehung finden Sie bei
www.kinder.de

wissenswertes für Haus- und Wohnungseigentümer
www.haus-und-grund.net

wer eine Mitfahrgelegenheit sucht oder anbieten kann
www.citypendler.de

Inhalt abgleichen RSS: Bialloblog - Blog zu Wirtschafts- und Finanzthemen
Blog zu Wirtschafts- und Finanzthemen
Aktualisiert: vor 17 Minuten 52 Sekunden

China zeigt Merkel wer das Sagen hat

vor 2 Stunden 31 Minuten

von Gisela Baur (finanzjournalisten.de)

Die Welt verändert sich und das asiatische Jahrhundert hat längst begonnen. Das hat auch Bundeskanzlerin Merkel auf ihrem Besuch in China ganz deutlich erfahren. Ziel der Reise war neben den üblichen Geschäftsanbahnungen vor allem eines: gut Wetter zu machen für den Euro - und eine Finanzspritze für die Rettungsschirme aus Peking losschlagen. Es sieht zwar so aus, als hätte sie Erfolg gehabt. Doch zu welchem Preis!

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hat zuletzt zwar einige Argumente für eine chinesische Beteiligung an der Euro-Rettung gefunden: Es sei im Interesse der eigenen Wirtschaft dem großen Exportmarkt und wichtigen Technologie-Importeuren aus Europa beizustehen. Doch offiziell hat er Angela Merkel erst einmal abblitzen lassen und größere Anstrengungen der europäischen Regierungen gefordert.

Und neben den politischen Gesprächen fiel vor allem die Klarheit auf, mit der China Angela Merkel seine eigenen Vorstellungen von Staatsbesuchen aufdrückte. Treffen mit Kritikern wurden schlicht sabotiert, ein Menschenrechtsanwalt schnell mal festgesetzt, damit er seinen Termin mit Angela Merkel in der deutschen Botschaft nicht wahrnehmen konnte. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer zahlt, schafft an. Daran müssen sich Europas Politiker wohl nun endgültig gewöhnen.

Im Norden nur Negatives?

vor 2 Stunden 31 Minuten
von Sabina Fischer (biallo.de)

Als ehemalige Osnabrückerin, die die Stadt des Westfälischen Friedens immer noch sehr schätzt, sehe ich mich derzeit harten Zeiten ausgesetzt. Wie soll man als nunmehr nach Bayern Übergesiedelte im tiefen Süden vermitteln, dass die Stadt an der Hase – nicht an der Osna – eine sehr schöne und lebenswerte ist, häufen sich doch gefühlt Negativnachrichten aus dem Norden?
 
Wenn es ohnehin nicht mittlerweile jeder wüsste, würde ich mich kaum zu sagen trauen, dass unser lavierender Bundespräsident aus Osnabrück stammt. Die zum Schlecker-Konzern gehörende Drogeriemarktkette Ihr Platz, die in Folge des blauen Riesens in der letzten Woche Insolvenz anmelden musste, hat ihren Sitz ebenfalls in Osnabrück. Pleite? Ach ja, da wäre auch noch der Fahrzeugbauer Karmann zu nennen, dessen Insolvenz 2009 für den Standort Osnabrück durch die teilweise Übernahme durch VW einigermaßen glimpflich endete, wofür sich wiederum oben genanntes umstrittenes Staatsoberhaupt in seiner damaligen Funktion als Ministerpräsident maßgeblich eingesetzt hatte.
 
Osnabrück wurde laut Wikipedia in jüngerer Vergangenheit von einer Siebenschläferplage heimgesucht – das muss ich als Auswandererin verschlafen haben. Böse Zungen behaupten, es würde dort sehr häufig regnen und ein Blick ins Mitgliederverzeichnis des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen verrät, dass in Osnabrück überdurchschnittlich viele Geldeintreiber ihr Büro haben: sechs an der Zahl. Zum Vergleich: Im nahe gelegenen und etwa gleich großen Oldenburg gibt es lediglich drei Inkasso-Unternehmen.
 
Und nun – nach Siebenschläfern, Bundespräsident und Insolvenzen – auch noch das: Hinter Aschaffenburg und Oldenburg (Hah, in diesem Fall immerhin dahinter!) leben in Osnabrück die größten Stromverschwender. Das hat eine Auswertung von 120 Städten durch das Portal Preisvergleich.de ergeben. 22,1 Prozent mehr Strom als der Durchschnitt sollen die Osnabrücker verbrauchen. Die Geburtsstadt von Erich-Maria Remarque und Felix Nussbaum ein Hort der Heizlüfter-Betreiber, Stand-by-Funktion-Nutzer und Licht-brennen-Lasser?
 
Zumindest damit kann Christian Wulff nichts zu tun haben, ist der Bundespräsident in Nöten nicht nur längst aus Osnabrück weggezogen, sondern soll er doch auch gerne Urlaubseinladungen folgen. Logisch: Wer nicht da ist, kann keinen Strom verbrauchen. Vielleicht ist es einfach so, dass Osnabrück trotz alledem so schön ist, dass die meisten Einwohner nur selten ein Bedürfnis verspüren, in die Ferien zu fahren – und dann verbraucht man einfach mehr Strom. Schade, dass Christian Wulff offensichtlich anders gestrickt ist. Wäre er doch Ratsherr in Osnabrück geblieben. Ein ratloser Ratsherr wäre mir persönlich lieber als ein beratungsresistenter Bundespräsident.

Guttenberg - und die Freiheit im Internet

Mi, 02/01/2012 - 17:47
von Marcus Preu (biallo.de)

Waren es mütterliche Gefühle, die die 70 Jahre alte EU-Kommissarin Neelie Kroes bewogen haben, den in Politkreisen noch als Jugendlichen geltenden Karl Theodor zu Guttenberg als Berater zu berufen? Auf erschreckende Weise führt diese Personalie vor Augen, wie sehr Brüssel zum Elfenbeinturm geworden ist -demokratisch kaum legitimiert, abgehoben, realitätsfern.

Der inzwischen Gel-, Brillen- und weiterhin einsichtslose Freiherr, nicht Baron - wie selbst die ZDF-Heute-Nachrichten stets verkünden -, soll sich nunmehr als Berater der EU-Kommission für die Freiheit im Internet verdingen. Was soll man sagen: Das Leben schreibt einfach die besten Satiren.

Es würde nicht überraschen, wenn Guttenberg Silvana Koch-Mehrin in den erweiterten Stab beriefe. Und in diesen exklusiven Klub der ramponierten Namen könnte sich noch Giovanni di Lorenzo ("Vorerst gescheitert") gesellen - falls er für die Zeit nach "Der Zeit" noch was sucht. 

Ansteckendes Griechenland?

Mo, 01/30/2012 - 14:52
von Gisela Baur (finanzjournalisten.de)

So gut wie jeder Beitrag zu Griechenland und dem Euro endet mit dem warnenden Hinweis, dass ein Ausschluss des Landes aus dem Euro eine Ansteckungsgefahr für alle anderen angeschlagenen Euro-Länder beinhaltet - und der Zusammenbruch des ganzen Wirtschaftsraums dann nicht mehr zu verhindern ist. Aber würden die Finanzmärkte eine Pleite Griechenlands eins zu eins auf Spanien, Portugal oder Italien übertragen - und seit der Ratingsherabstufung vielleicht sogar auf Frankreich oder Österreich?

Das ist möglich, wäre aber vollkommen unangebracht. Denn dann vergleicht  man Äpfel und Birnen. Griechenland ist und bleibt ein Fremdkörper in der Euro-Zone. Nicht nur weil die Schulden besonders hoch sind, sondern vor allem, weil die Strukturen in dem Land alles andere als die eines modernen Industrielandes sind. Anders als in Italien, Irland oder Spanien haben die Sparpakete kaum Aussicht auf Erfolg, sondern verschlechtern die Lage eher.

Das liegt zum einen an der Grundhaltung. Griechenland ist mit einer Lüge in die Eurozone gekommen. Das Budgetdefizit wurde damals wider besseres Wissen und Gewissen herunter "geschätzt". Und genau so hat es einen Teil der Hilfeleistungen bekommen. Privatisierungserlöse von 50 Milliarden Euro werde es erwirtschaften, verkündete das Land. Nun ist klar, auch das war einfach "geschätzt".

Zum anderen hat die Lässigkeit bei großen Summen einen anderen noch schwerwiegenderen Grund. Griechenlands Verwaltung ist derartig ineffizient, dass es furchtbar einfach ist, Zahlen zu manipulieren, schlimmer noch manchmal unmöglich ist, sie zu erfassen. Und am schlimmsten: Gezielte Interventionen des Staates in die Abläufe der Wirtschaft, die jetzt der einzige Weg für eine Sanierung sind, sind mit diesen Strukturen nicht zu machen. Statt Licht am Ende des Horizonts sehen die Griechen nach fast zwei Jahren Sparmaßnahmen noch immer nur eines: Den Abgrund.

Ein klarer Fall für einen "Haushaltsbeauftragten" der EU, den einige europäische Politiker nun fordern? Das wird nicht reichen. Griechenland ist eher ein klarer Fall für ein umfassendes Sanierungsteam, das wie gute Unternehmensberater die Strukturen der staatlichen Verwaltung analysiert und verbessert. Mit gutem Recht wehren sich die Griechen gegen einen solch umfassenden Eingriff in ihre Souveränität - müssen dann aber damit rechnen, dass die Euro-Länder keine weiteren Milliarden mehr bereitstellen wollen. In der Hoffnung, dass die Finanzmärkte wissen, dass Griechenland eben ein Sonderfall ist. 

Privatanleger besonnener als Profis

Mo, 01/30/2012 - 14:52
von Brigitte Watermann (biallo.de)

Die Profis überboten sich bekanntlich im vergangenen halben Jahr mit düsteren Prognosen zu Euro, Wirtschaftsentwicklung und Börsen. Doch der befürchtete Gau ist bislang nicht eingetreten. Privatanleger haben dagegen offenbar beherzt darauf gesetzt, dass uns nicht der Himmel auf den Kopf fällt. Es sieht ganz so aus, als könnten sie richtig liegen.

Die wie die neueste Erhebung des Deutschen Aktieninstitut zur Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland zeigt, hat sich die Gesamtzahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanteilen in Deutschland zuletzt im zweiten Halbjahr 2011 um rund 4,1 Prozent oder 356.000 „bemerkenswert“ erhöht“, wie die Autoren schreiben. Insgesamt waren damit 8,7 Millionen Anleger direkt oder indirekt in Aktien investiert – das sind etwa 13,4 Prozent der Bevölkerung. Interessant ist, dass die Zahl der Anleger, die direkt in Einzelaktien investiert sind, sogar den höchsten Stand der vergangenen fünf Jahre erreicht hat. Das DAI wertet das als „gutes Zeichen für die Stabilisierung der Aktienakzeptanz“.  Allerdings ist Deutschland von den Höchstständen früherer Jahre noch weit entfernt. 2001 – das Jahr, in dem der Börsenboom zu Ende ging –waren 4,2 Millionen Deutsche mehr in Aktien investiert.

Offenbar haben sich insbesondere die Privatanleger nicht schrecken lassen von der Kursentwicklung. Zur Jahresmitte 2011 hatte der Dax noch bei über 7.750 Punkten gestanden, stürzte dann aber regelrecht ab auf nur noch 5.072 Punkte im Juli, seither schaffte er es nicht über die Marke von 6.350 Punkten hinaus. Die niedrigen Kurse haben offenbar viele Privatanleger und insbesondere viele Direktanleger in Aktien zum Einstieg motiviert. Von den Kassandrarufen der Börsenexperten ließen sie sich offenbar nicht schrecken.

Den gleichen Trend belegt auch eine Untersuchung der DWP-Bank, eine der führenden deutschen Wertpapierabwicklungsbanken. Sie hat dafür fünf Millionen Privatanlegerdepots ausgewertet.

Demnach haben Privatanleger das schwache Aktienjahr 2011, in dem der Deutsche Aktienindex (Dax) rund 15 Prozent an Wert verloren hat, überwiegend zu Käufen an der Börse genutzt. Besonders während des Börsenabsturzes ab August übertrafen die Aktienkäufe der Privatinvestoren die Verkäufe sehr deutlich. In der Eurokrise hätten die Privatanleger antizyklisch und alles andere als ängstlich reagiert, folgert die DWP-Bank. „Privatanleger haben in der Eurokrise so gehandelt, wie es den institutionellen Investoren häufig unterstellt wird, gegen den Trend. Das zeigen die Daten für Schwäche- und Erholungsphasen gleichermaßen“, heißt es weiter. Während der kurzen Japankrise im März 2011 mit Erdbeben, Tsunami und Atomunfall im Kernkraftwerk Fukushima hingegen hätten die Privatanleger dem allgemeinen Börsentrend gefolgt und waren überwiegend auf der Verkäuferseite.

Die Lehren aus der Causa Schlecker

Fr, 01/27/2012 - 10:39
von Gisela Baur (finanzjournalisten.de)

"Unser Kapital sind die Mitarbeiter" - so oder so ähnlich klingen die mal mehr und mal weniger echten Sprüche in vielen Unternehmen. Im Falle der Drogeriekette Schlecker gab es so etwas nicht zu hören. Denn es war allgemein bekannt: Das Unternehmen baute seinen Erfolg darauf auf, möglichst wenig abzugeben, zu teilen oder zu kooperieren: Weder mit seinen Mitarbeitern, noch mit seinen Lieferanten oder Vermietern. Das ist jetzt gescheitert - zu Recht.

Für die Mitarbeiter, die von der Geschäftsführung bezeichnenderweise per Fax benachrichtigt wurden, ist die Insolvenz der Kette sicher eine dramatische Nachricht. Und sie haben es nicht verdient. Doch für unser Wirtschaftssystem ist das Scheitern des "Management nach Schleckerart" eine eher beruhigende Sache.

Zumindest in verbrauchernahen Bereichen ist es offensichtlich tödlich, rein auf den Preis und gar nicht auf die "weichen" Faktoren zu setzen. Denn die sind vielleicht schwer zu beziffern, aber kein Unternehmen kann ohne die Motivation der Mitarbeiter und ein Mindestmaß an ethischem Verhalten arbeiten. Denn nur sie können das Gefühl vermitteln, dass hier faire und gute Geschäfte gemacht werden, können Kompetenz ausstrahlen.

Deutschland ist ein reiches Land. Wir können es uns leisten, mit dem Fall Schlecker eines ganz klar zu machen: Als Kunden wollen wir keinen Manchesterkapitalismus. Und auch als Anleger sollten wir das beherzigen und Investments suchen, die ethische Ansprüche einhalten. Denn es gilt offensichtlich tatsächlich: Die Mitarbeiter sind das Kapital jedes Unternehmens - und die sind nur gut, wenn sie gut behandelt werden. Und damit sind die "weichen" Faktoren ganz wesentlich für Erfolg oder Misserfolg eines Wirtschaftsunternehmens  – und einer Geldanlage. 

Böse Steuerfalle für deutsche Rentner im Ausland

Di, 01/24/2012 - 14:55
von Midia Nuri (biallo.de)

Mit Logik und gesundem Menschenverstand ist es im deutschen Steuerrecht bekanntlich nicht weit her. Preisfrage: Was bedeutet beschränkt steuerpflichtig?
Dass nur ein Teil des Einkommens versteuert wird? Oder dass nur ein Teil der Steuer fällig ist? Beide Antworten wären logisch und sprachlich folgerichtig. Vielleicht ja gerade deswegen ist es genau anders herum: Als beschränkt Steuerpflichtiger zahlen Sie nämlich auf ihr gesamtes Einkommen voll Steuern – quasi unbeschränkt. Anders als ein unbeschränkt Steuerpflichtiger.

Gut, Logik erwartet ohnedies kaum einer vom deutschen Steuerrecht. Unternehmer haben sich beispielsweise längst daran gewöhnt, ihre Mehrwertsteuer nach einem undurchdringlichen und zuweilen skurrilen System abzuführen. Auch wir zeigen gern gelegentlich einen Vogel, um uns dann wieder anderen Dingen zuzuwenden: Wenn wir mal wieder einen Bericht über die Kuriositäten des Mehrwertsteuersystems lesen. Da geht es dann um Esel, auf die der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent anfällt, während auf Maultiere der geminderte Satz fällig wird. Oder um Tomatenketchup und -soße, die den normalen Satz kosten und für Tomatenmark und Tomatensaft, für die Sie nur sieben Prozent zahlen. Oder um Currywurst, die im Stehen oder Sitzen gegessen unterschiedlich viel Steuern kostet. Und bei Pizza – oder waren es Pommes? – nochmal abgestuft danach, ob Sie an einem Tisch mit Stühlen oder an einem Imbisswagen angebrachten Brett verzehren.

Manch ein Wahnsinn ist ja auch ganz launig, wenn man nicht weiter drüber nachdenkt. Doch die nun zutage tretende Steuer-Heimtücke ist nur noch unverständlich. Und kaum mehr lustig. Sie trifft nun gerade jene Steuerzahler empfindlich und unvorbereitet, die womöglich nicht einmal wissen, dass Sie überhaupt – noch oder wieder – Steuerzahler sind. Und die sich in vielen Fällen wohl nur mit Mühe oder gar nicht mehr selbst wehren können: deutsche Rentner, die ihren Ruhestand im Ausland verbringen.

Über einen von ihnen berichtete kürzlich die Zeitung „Die Welt“: den 83-jährigen Stanko B., der nach einem Berufsleben in Deutschland vor fünf Jahren in seine alte Heimat Kroatien zurückgekehrt ist. Stanko Bs. Rente lautet dem Bericht zufolge auf 480 Euro. Und obwohl der Mann keine weiteren Einkünfte hat und auch kein Vermögen, schickte ihm das Finanzamt Neubrandenburg mit den Steuerbescheiden für die Jahre 2007 bis 2010 eine saftige Steuerforderung. Der Mann solle rund 3.200 Euro an Steuern nachzahlen, berichtete die Zeitung. Dabei hatte der Mann außer seiner dürftigen Rente keine sonstigen Einkünfte. Man höre und staune.

Und so dürfte es in diesen Wochen Hunderttausenden der insgesamt 1,6 Millionen im Ausland lebenden Rentner gehen. Seit Mitte vergangenen Jahres schreibt das Finanzamt Neubrandenburg – das die zentrale Verantwortung für die im Ausland lebenden Rentner hat – sie an und fordert sie zur Abgabe ihrer Steuererklärung auf. Der Schock folgt mit dem anschließenden Bescheid.

Denn die Regeln, nach denen das Amt die Steuern berechnet, sind ganz andere, als bei Rentnern, die in Deutschland geblieben sind. Wie bei allen anderen Rentnern auch, zieht das Finanzamt zur Berechnung der Steuer in einem ersten Schritt von der Rente den steuerfreien Teil ab. Für den von der Welt beschriebenen Stanko B. sind das 50 Prozent seiner Rente, da er schon vor vielen Jahren in Ruhestand ging. Für spätere Schulabgängerjahrgänge kann es weniger sein, denn seit 2006 steigt der steuerpflichtige Anteil jedes Jahr um zwei Prozentpunkte. Wer also 2011 in Rente ging, muss schon 62 Prozent der Rente versteuern.

Der Normal-Rentner darf dann vom steuerpflichtigen Anteil noch den Grundfreibetrag abziehen. Für 2011 betrug dieser 8.004 Euro. Wer also nur 50 Prozent seiner Rente versteuern muss, zahlt erst für jenes Einkommen Steuern, das über 16.008 Euro hinausgeht. Die Folge ist, dass die meisten Rentner keine Steuern bezahlen müssen.

Böse Falle: Entgegen aller Logik gewährt der Fiskus beschränkt Steuerpflichtigen diesen Grundfreibetrag nicht. Die Folge: Ihre Steuerlast ist sogar noch bei weitem höher, als bei unbeschränkt Steuerpflichtigen. Denn ihr Einkommen wird unbeschränkt von der Steuerpflicht erfasst – auf den steuerpflichtigen Teil ihrer Rente müssen sie vom ersten Euro an Steuern bezahlen. Von Stanko B.s Jahresrente in Höhe von 5.760 Euro zog das Finanzamt also zwar 50 Prozent steuerfreien Anteil ab. Für die restlichen 2.880 Euro berechnete es dann jedoch vom ersten Euro an Steuern. So kam es zu der Nachforderung von über 3.000 Euro für die vier Jahre von 2007 bis 2010.

Glücklicherweise gibt es einen Ausweg: Betroffene können einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht stellen.
Wer hätte gedacht, dass das Vorteile haben soll?

Voraussetzung für die unbeschränkte Steuerpflicht ist allerdings, dass das gesamte Welteinkommen der ins Ausland ausgewanderten Rentner im Kalenderjahr mindestens zu 90 Prozent der deutschen Einkommensteuer unterliegt, oder aber, dass die Einkommen, die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegen – etwa eine zusätzliche Rente im Heimatland oder aber Kapitaleinkommen dort – geringer als 8.004 Euro sind. Die Betroffenen müssen sich von den Behörden des Landes, in dem sie leben, die Höhe ihrer dortigen Einkünfte bestätigen lassen.

Erfüllen Sie eine der beiden Voraussetzungen, unterliegen sie wieder der unbeschränkten Steuerpflicht – und bekommen den Grundfreibetrag von derzeit 8.004 Euro abgezogen – abzüglich etwaiger zusätzlicher Einkommen im Ausland. Was für eine Erleichterung.

Wie „Die Welt“ weiter berichtete, hat Stanko B. Glück: Er erfüllt die Voraussetzungen. Sein in Deutschland lebender Sohn hat für den alten Mann den Einkommensnachweis beim kroatischen Finanzamt besorgt und die unbeschränkte Steuerpflicht beantragt, die auch gewährt werden dürfte. Das nächste Schreiben des Finanzamts Neubrandenburg wird aller Voraussicht nach eine Forderung in Höhe von null Euro enthalten. Und künftig dürften ihn die deutschen Behörden in Ruhe lassen. Dann wird er Ruhestand und Rente wieder unbeschränkt genießen können.